Karneval – und was heißt das?

Karneval – und was heißt das?

Ein kleiner kurzer Einblick

Im deutschsprachigen Raum geht es dieses Jahr im Februar wieder los. Tanzend, singend und überhaupt sehr laut, geht es vom 28.02.2019 bis 06.03.2019 in verschiedenen Regionen zu. Der Karneval wird gefeiert und viele freuen sich auf diese ausgelassene Zeit ein ganzes Jahr.  Familien, Paare, Singles, eigentlich jedermann feiert Karneval. Ganz besonders freuen sich meistens die Kinder auf diese Zeit, denn dann fallen die Kamellen quasi vom Himmel.

Und was heißt jetzt Karneval? Karneval, Fastnacht, Fasnacht, Fasnet, Fasching, Fastabend, Fastelovend, Fasteleer oder auch Fünfte Jahreszeit bezeichnet die Bräuche, mit denen die Zeit vor der Fastenzeit gefeiert wird. Mit Weiberfastnacht fängt alles an und am Aschermittwoch ist wieder alles vorbei. Am Aschermittwoch hat das wilde Treiben ein Ende und die vierzigtägige bzw. sechswöchige Fastenzeit vor Ostern wird eingeleitet. Die Herkunft des Wortes „Karneval“ ist aber nicht eindeutig geklärt. Viele Übersetzungen und Deutungen lassen sich finden, die dieses Wort beschreiben bzw. ableiten. Eine der bisweilen geläufigsten Vermutungen ist eine Ableitung vom mittellateinischen carne levare, was bedeutet: „Fleisch wegnehmen“ und daraus dann carnelevale als Bezeichnung für die Fastenzeit als fleischlose Zeit. Eine weitere aber eher scherzhafte Übersetzung lautet: Fleisch, lebe wohl! Möglich dass es angeleitet ist von carne vale.

Auch wenn die Etymologie von Karneval nicht eindeutig ist, so lässt sich mit Sicherheit sagen, dass die Karneval-Feierenden eine Riesenfreude beim Feiern haben. Und auch die Strukturen des Feierns sind letztlich überall fast die gleichen: Verkleiden oder Maskieren, Karnevalsumzüge, die entsprechende Musik, ritualisierte Ausgelassenheit, all das findet man in den Regionen, die Karneval feiern wieder. In Deutschland denkt man dabei in erster Linie an das Rheinland, Rheinhessen und an die schwäbisch-alemannische Fastnacht.

Weiberfastnacht und am Aschermittwoch ist alles vorbei

Karneval, also die „aktiven Feiertage“, wird jedes Jahr von Donnerstag bis Mittwoch gefeiert. D.h. in diesem Jahr vom 28.02.2019 bis 06.03.2019. Der eigentliche Beginn der Karnevalszeit ist aber seit dem 19. Jahrhundert in vielen Gegenden am 11. November, dem „Elften im Elften“, ab 11:11 Uhr. Dann findet die offizielle Eröffnung der Karnevalssession statt.

Vor dieser Zeit war der 06.01., der Heiligedreikönigstag als Karnevals-Beginn markiert. Der Hintergrund des 11.11. ist, dass es auch vor Weihnachten bereits kurz nach der Fixierung des Festes im Jahr 354 eine vorbereitende vierzigtägige Fastenzeit gab, vergleichbar mit der österlichen Fastenzeit nach Karneval. Diese Fastenperiode begann am 11.11., der gleichzeitig auch der Martinstag ist. In dieser Zeit wurden die vorhandenen Lebensmittel verzehrt, die nicht „fastenzeittauglich“ waren. Dazu gehörten Fleisch, Fett, Schmalz, Eier und Milchprodukte.

Dennoch ist es so, dass in der Zeit vom 12.11. bis zum 05.01. kein Karneval aktiv, also auf den Straßen, gefeiert wird. Diese Zeitspanne, die vorweihnachtliche Zeit, steht ganz im Zeichen der besinnlichen Adventszeit bzw. dem ursprünglichen Sinne, der Fastenzeit.

Die Sessionseröffnung findet aber statt und leitet damit den Beginn des Karnevals ein. Das merkt man daran, dass vermehrt Karnevalssitzungen veranstaltet werden. Die Veranstaltungsdichte nimmt aber natürlich zu, je näher es auf Weiberfastnacht zugeht.

Und dann kommt der Höhepunkt des Karnevals, die Fastnachtswoche, die ihren Lauf mit dem schmotzigen Donnerstag im schwäbisch-alemannischen Raum oder auch mit der Weiberfastnacht im Rheinland oder Fetter Donnerstag im Harzer Land u.a. nimmt und bis zum Aschermittwoch andauert. Nelkensamstag, Tulpensonntag, Rosenmontag und Fastnachtsdienstag, auch Veilchendienstag genannt, werden die dazwischenliegenden Feiertage genannt. Der Rosenmontag bildet dabei den Höhepunkt bei den ganzen entsprechenden Karnevalsumzügen.

Aber alles hat ein Ende und so ist am „Aschermittwoch alles vorbei“. Dann hört das wilde und ausgelassene Treiben erst mal wieder auf und die Fastenzeit beginnt. Unterschiedliche Traditionen werden am Aschermittwoch ausgelebt, vieler Orts findet die Nubbel-Verbrennung statt. Eine Strohpuppe, der sogenannte Nubbel, wird als Verantwortlicher für alle Laster der karnevalistischen Tage benannt (v.a. wegen des ausgegebenen Geldes) und dann verbrannt. Andernorts wird der Hoppeditz zu Grabe getragen. An manchen Orten findet auch ein großes Fischessen statt, um dann die Fastenzeit zu beginnen bis Ostern.

Karnevalsumzüge – ein Event für die Familie

Karnevalsumzüge glänzen durch ihre Farbenpracht und die einzelnen bunt geschmückten Wagen. Und über diese Pracht freuen sich Kinder mit am meisten. Denn die Möglichkeit einfach so Kamellen, also Süßigkeiten zu bekommen, diese Vorstellung finden die meisten Kinder toll. Für Familien sind Karnevalsumzüge also eine tolle Gelegenheit für eine gemeinsame Unternehmung. Also ab in die Kostüme, Snacks und etwas zu trinken in den Rucksack gepackt und natürlich ganz wichtig: leere Stoffbeutel mitnehmen für das Wurfgut. Wer die Strecke des Zuges kennt, stellt sich rechtzeitig mit Sack und Pack an den Wegesrand und wartet. Voller Aufregung und Vorfreude stehen die Kids dann verkleidet am Wegesrand und warten auf den Zug. Und wenn der dann endlich kommt, heißt es nur noch eins: rufen! „Kamelle, Kamelle“ oder Strüßje sind die Rufe, mit denen man viele Süßigkeiten und Weiteres ergattern kann. Die Süßigkeiten und vieles andere regnen dann quasi auf einen herunter und man muss nur zugreifen, um die süßen Leckereien einzusammeln. Je nach Zug wird auch richtig viel geworfen, sodass man nachher Tütenweise Süßigkeiten, Chips-Tütchen und Schokolade mit nach Hause nehmen kann.

Wo, wann, welcher Umzug stattfindet, lässt sich mit einem Blick und Suche im Internet schnellsten herausfinden. Denn Karnevalszüge gehen an allen Tagen, von Donnerstag bis hauptsächlich Dienstag.

Karnevalskostüm & zusammen feiern  

Um den Karneval, die Faschingszeit mitzufeiern, da darf ein Kostüm nicht fehlen. Viele nehmen sich ein ganzes Jahr Zeit, um die perfekte Kostümierung zu basteln. Ein entsprechendes Motto kann helfen, um die geeignete Maskerade zu finden. Das sieht natürlich toll aus und gerade bei den Karnevalsumzügen bekommt man dafür sehr viel Aufmerksamkeit und wird mit Strüßje und Bonbons aller Art belohnt. Insbesondere die Kleinen bekommen mit einem tollen Kostüm die meiste Aufmerksamkeit. Kinder wissen in der Regel immer sehr schnell, was sie werden möchten. Und dann liegt es nur noch an den Eltern, den Wunsch, Prinzessin oder Bär umzusetzen. Man kann selber schneidern oder geht in ein Fachgeschäft mit einer Riesenauswahl an fertigen Kostümen: von Hase bis Clown bekommt man jedes Kostüm. Kleinen Bären und Prinzessinnen fehlt dann nur noch die passende Schminke und fertig ist das perfekte Karnevalskostüm.

Das Schöne am Karneval ist also auch, man kann einfach mal in das Kostüm schlüpfen, in dem man immer schon mal stecken wollte. Von Klein bis Groß kann hier jeder mal das oder zu dem werden, was er sonst auch gerne mal wäre. Ein Fest und eine große Freude für jedes Alter.

Der Karneval hat natürlich noch einiges mehr zu bieten beispielsweise die besonderen Leckereien. Um also noch mehr über den Karneval zu erfahren, sollte man ihn einfach einmal erleben.

Also dann, viel Spaß beim Schunkeln und Tanzen. Wir sagen: Helau und Alaaf!

Quelle: Wikipedia