Begrüßung ist nicht gleich Begrüßung

„Andere Länder, andere Sitten“ so sagt man und so ist es auch. Wenn man darüber nachdenkt, auf einen anderen Menschen zu treffen und ihn zu begrüßen, sieht das nach einem Kinderspiel aus. Man geht auf ihn zu, gibt ihm die Hand und die Begrüßung ist somit abgeschlossen. Also nichts einfacher als das. Dass Begrüßung aber nicht gleich Begrüßung ist und nicht unbedingt das Leichteste auf der Welt zeigt sich bei einem weltweiten Blick. Sein Gegenüber beim ersten Aufeinandertreffen zu berühren, wirkt teilweise nicht nur verwirrend, sondern ist je nach dem auch nicht gewollt. Die Art und Weise wie sich Menschen begrüßen kann also von Kultur zu Kultur sehr unterschiedliche sein. Und auch kommt die Frage ins Spiel, ob bei einer Begrüßung die Hygiene nicht auch eine Rolle spielt?

In Europa oder viel mehr dem westlichen Kulturkreis ist die Begrüßung mit Handschlag und das Küsschen links und rechts weit verbreitet. Wobei es auch dabei schon kleine bedeutende Unterschiede gibt.
In Deutschland, Polen oder auch in den USA ist ein Handschlag mit Blockkontakt gewünscht. In weiteren Teilen Europas wie in Frankreich, Spanien, Griechenland, Belgien oder den Niederlanden ist der ein oder andere irritiert, da ein Küsschen zum Begrüßungsritual gehört. Allerdings werden die Küsschen in Form von Luftküssen angedeutet. Zu viel Kontakt ist nicht gewünscht. Aber es gibt eine Besonderheit. In Spanien und Griechenland sind es meistens ein Kuss links und ein Kuss rechts, wohingegen in Belgien und den Niederlande drei und in Frankreich je nach Region sogar bis zu vier Begrüßungsküsschen sein können.
So vertrauensvoll, könnte man sagen, geht es nicht überall auf der Welt zu. Insbesondere in asiatischen Ländern hat die Begrüßung noch einen weiteren Zweck, nämlich seinem Gegenüber Hochachtung entgegenzubringen und auch Standesunterschiede auszudrücken. In Japan ist es beispielsweise so, dass man sich voreinander verbeugt. Allerdings ist es unhöflich dem Gegenüber bei der Begrüßung in die Augen zu schauen.
In China verhält es sich in touristischen Regionen ähnlich wie in Deutschland, man gibt sich die Hand zur Begrüßung. Ansonsten ist eher eine kurze Verbeugung zum Zweck der Begrüßung typisch. Dabei gibt es vergleichbar wie in Japan Rangsysteme nach denen begrüßt wird. Das bedeutet, dass der höhere Rang in der Regel von dem niedrigeren gegrüßt wird, Ältere vor Jüngeren und Männer vor Frauen.
Ein weiteres Merkmal bei der chinesischen Begrüßung ist der Austausch von Visitenkarten. Die Visitenkarte wird mit beiden Händen übergeben und beim Überreichen nennt man seinen Namen.
Tipp: Eine freundschaftliche Umarmung wie in Europa oder dass direkt die Hand zum Hände geben ausgestreckt wird, kann in Asien schnell für Verwirrungen sorgen. Daher sollte man immer erst einmal abwarten, wie der andere einem gegenübertritt.
Aber abgesehen von Händeschütteln, Küsschen links und rechts und intensiven Umarmungen gibt es noch weitere Arten der Begrüßung. Es gibt einige Kulturen wie beispielsweise auf den polynesischen Südsee-Inseln, wo man zur Begrüßung die Hände des Gegenübers greift und mit diesen über das eigene Gesicht streichelt.
Andere wiederum begrüßen sich durch das Aneinanderlegen von Stirn und Nase, so beispielsweise die Maori, die Ureinwohner Neuseelands. Beim sogenannten „Hongi werden zunächst die Stirn und die Nasen sanft aneinandergelegt. Gleichzeitig reicht man sich die rechte Hand und fasst den linken Unterarm seines Gegenübers an. Es gibt unterschiedliche Abläufe und Haltungen der Arme und Hände beim Hongi. Allen gemeinsam ist aber, dass man in der Hauptsache den Atem seines Gegenübers wahrnehmen möchte. „Der Hongi symbolisiert den ersten Lebensatem zwischen zwei sich begegnenden Menschen“ (Wikipedia)
Eine sehr entspannte und lässige Begrüßungsgeste ist der Surfergruß Shaka. Er wurde erstmals auf Hawaii gebraucht und hat sich weltweit verbreitet. Man ballt die Hand zu einer Faust, den Daumen und den kleinen Finger abspreizen und dazu "Shaka, brah!" ("Mach dich locker, Kumpel!") sagen. Allerdings sollte diese Begrüßungsform sehr authentisch rüberkommen, wenn man diese Art zur Begrüßung einsetzt. Denn sonst könnte diese Geste eher etwas peinlich als lässig rüberkommen.
Und mit dieser sehr lässigen Begrüßung schließen wir ab mit einer letzten „Geste“ der Hygiene: Begrüßungen haben also überwiegend immer irgendwie etwas mit Körperkontakt zu tun. Wir wollen ja unser Gegenüber kennenlernen. Aber das passiert nicht immer auf die Gleiche Art und Weise. Wenn man in ein anderes Land fährt, ist es also kein Nachteil, sich schon mal vorzubereiten und zu schauen, wie die Menschen sich dort begrüßen.