Hygiene - Eine Frage der Kultur

Jedes Land hat seine ganz eigene Hygiene-Kultur. Was gilt als hygienisch und was ist wiederum unhygienisch? Darüber gibt es unzählige Berichte, Angaben, Regeln, wissenschaftliche Untersuchungen u.s.w. Wer die Möglichkeit hat, durch und in die Welt zu reisen, weiß aus Erfahrung, dass die Hygienevorstellung des eigenen Landes meistens nicht die gleiche ist wie im Ausland. Und oft ist sogar schon das Hygiene-Verhalten der eigenen Familie ein anderes als das der Nachbarfamilie.
Daher ist es spannend, zu schauen, was Hygiene überhaupt bedeutet und wie sich die Aufmerksamkeit auf die sozusagene Sauberkeit oder Reinigung verteilt.
Hygiene „Gesundheit dienende Kunst“ oder auch Gesundheitspflege genannt, bedeutet im weiteren Sinne die „Gesamtheit aller Maßnahmen in den verschiedensten Bereichen zur Erhaltung und Hebung des Gesundheitsstandes und zur Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten“ (Duden).  Allerdings besteht das Bewusstsein eines hygienischen Verhaltens nicht erst seit heute, im Zeitalter der Desinfektionsmittel und einmal Handtücher. Bereits 500 v. Chr. nimmt die Geschichte der Hygiene ihren Lauf. Angefangen mit Asklepios, der Gott der Medizin und seine Tochter Hygieia, der Göttin der Gesundheit über Hippokrates, van Leeuwenhoek, Semmelweiß und Lister bis hin zu Robert Koch zeigt sich eine lange Entwicklungsgeschichte. Oft wird Hygiene mit Medizin verbunden, ein Bereich, in dem sie natürlich intensiv angewendet wird. Die medizinische Hygiene umfasst zahlreiche spezifische Anwendungen, die dem Erhalt der Gesundheit dienen wie etwa z. B. Reinhaltung der Umwelt, Sterilisation von Geräten etc. (WHO)
Hygiene umfasst aber Aspekte wie die der Lufthygiene, Wasser- bzw. Trinkwasserhygiene, Lebensmittelhygiene, Arbeitshygiene, Wohnhygiene sowie religiöser Vorschriften. (Wikipedia)
Je nach Bereich ist der Begriff Hygiene also noch einmal etwas anders zu definieren. Aber insgesamt kann man sagen, dass es bei „Hygiene“ um alle Maßnahmen geht, die dazu beitragen, sich vor Krankheiten und anderen Gesundheitsschäden zu schützen.
Dass es nicht nur in der Definition Unterschiede gibt, sondern auch im Verhalten kann man, wie gesagt, bereits in seinem eigenen Alltag beobachten. Der eine wäscht sein Obst, der andere beißt einfach in den frisch gekauften Apfel vom Obststand. Diese Verschiedenheit lässt sich weltweit beobachten. Hygienisches Verhalten variiert, ebenso wie die Produkte, die die Menschen beispielsweise für ihre Körperhygiene verwenden. Und das reicht vom Duschgel über Shampoo bis hin zum Toilettenpapier. In Deutschland beispielsweise duschen etwa 50% einmal am Tag wie die Studie zeigt, die von der Firma Hansgrohe beauftragt wurde. In Brasilien hingegen gibt es sozusagene Duschwelteister. Dort stehen die Menschen fast 2 Stunden täglich, d.h. 2-mal am Tag unter Dusche. Für das Duschvergnügen wird Duschgel bis hin zu Seife je nach Geschmack und Vorliebe verwendet. Hauptsache, man fülht sich nach dem Gebrauch sauber.
Neben Duschgel und Seife gibt es einen weiteren Bereich, in dem das Verhalten weltweit verschieden ist. Während in Deutschland Toilettenpapier ein fester Bestandteil im Badezimmer oder WC ist, zeigt sich in anderen Kulturen ein anderes Bild. Es ist somit nicht selbstverständlich dieses weiche Papier weltweit vorzufinden. In Indien, im arabischen Raum sowie in Teilen Südostasiens reinigt man sich mit Wasser, wobei die linke Hand unterstützend mithilft. Aus diesem Grunde gilt die linke Hand als unrein und Essen ohne Besteck (von der Hand in den Mund) wird auch für Linkshänder nur mit der rechten Hand geduldet. (Wikipedia)
Toilettenpapier gibt es in allen möglichen Weichheitsstufen, mit pflegenden Inhaltsstoffen, in feuchter oder trockener Form. Also für jeden Bedarf das entsprechende Hygienepapier.


Man kann also sagen, es ist oftmals eine Frage der Kultur, welche Bedeutung Hygiene und hygienisches Verhalten hat. Aber eines ist überall gleich: Hygiene - Wir brauchen sie alle!