Eine weiche Seite der Natur - Naturschwamm

Unvorhersehbar, gewaltig und überwiegend unberechenbar. Das bedeutet für viele Menschen Natur bzw. die Umwelt, in der wir leben. Und wenn man an Stürme, Unwetter oder Überflutungen denkt, ist diese Annahme auch nicht abwegig. Allerdings zeigt sich bei einem kurzen Blick in die Natur, dass sie sehr viele weiche Seiten hat. Eine davon, die der Mensch gerne und oft nutzt, ist der Naturschwamm. In vielen heimischen Wellnessoasen findet dieser gelbe, sehr weiche Schwamm Verwendung. Beim Duschen oder  Baden wird er zur Körperpflege benutzt und das schon etwa seit der Antike. Der Gewöhnliche Schwamm, wie er eigentlich heißt, kann also auf eine lange Zeit zurückblicken und besitzt tatsächlich faszinierende Eigenschaften.

Nicht gewöhnlich - der Gewöhnliche Badeschwamm
Naturschwamm (Spongiae compressae) oder umgangssprachlich Gewöhnlicher Badeschwamm ist die bekannteste Art der Schwämme (Porifera). Er gehört zur Familie der Spongiidae in der Ordnung der Hornschwämme und zählt darin zur Gattung der Spongia. Auch wenn dieser Schwamm „Gewöhnlich“ genannt wird, ist er alles andere als das. Viele kennen und kaufen ihn als runden gelben Schwamm. Dass er in unterschiedlichen Formen und Farben vorkommt sowie dass es sich dabei um ein Tier handelt, ist nicht unbedingt jedem Schwamm-Nutzer bekannt.  
Im Meer finden sich zwar die meisten Arten, einige Schwämme haben sich aber auch auf das Leben in der Tiefsee spezialisiert. Allesamt sind es sessile Tiere, was bedeutet, dass sie festgewachsen an einem Platz leben. Ihre Form kann wie ein Schlauch, Becher, Baum o.ä. aussehen, insgesamt gibt es die Porifera aber in allen möglichen Formen, Farben und Größen. Wenn wir den Gewöhnlichen Schwamm im Geschäft kaufen, ist er oftmals gelb und rund. Je nach Wassertiefe  ist er aber beispielsweise auch Dunkelbraun oder Dunkelgrau. Im Mittelmeer, dem Atlantischen Ozean und auch dem Indischen Ozean wird er überwiegend aus dem Wasser geholt.Unterwasser bilden die Schwämme einen Lebens- und Schutzraum für andere Tiere wie etwa für  Kleinkrebse, Würmer, Federsternen und auch Fischen. 
Aber auch für den Menschen sind sie, wie gesagt, sehr nützlich. Heutzutage werden sie in der Hauptsache für die Körperpflege genutzt. Früher kamen sie auch im medizinischen Bereich zum Einsatz.

Der Naturschwamm wird zum Badeschwamm
Der Gewöhnliche Badeschwamm wird, wie es der Name bereits vermuten lässt, überwiegend im Bereich der Körperpflege eingesetzt. Hauptsächlich wird der Naturschwamm daher zu Badeschwämmen verarbeitet. Denn seine sehr weiche Beschaffenheit fühlt sich angenehm auf der Haut an und verfügt dazu über besondere hautpflegende Eigenschaften. 
Früher jedoch wurden diese Art Schwämme auch in der Heilkunde verwendet. Das pulversisierte Skelett des Badeschwammes wurde beispielsweise gegen den Kropf eingesetzt oder zur Behandlung von Wunden. Die Naturschwämme wurden dabei zusammengespresst und in Wunden gelegt, um diese zu reinigen. Die zusammengepressten Schwämme sollten die Wunden erweitern und beispielsweise Wundflüssigkeiten wie Eiter entziehen. Je nach dem, an welcher Stelle, aus welchem Gewässer die Schwämme entnommen werden, haben sie zudem eine unterschiedliche Struktur. Es gibt daher verschiedene Sorten, die sich nicht nur in ihrer Farbe unterscheiden, sondern insbesondere in ihrer Beschaffenheit. Harte und grobe Schwämme wie etwa die Pferdeschwämme werden, wie es der Name bereits sagt, zum Waschen und zur Pflege von Pferden benutzt. Die Qualitätsunterschiede zeichnen sich also durch die Herkunft des Schwamms aus. Und je gleichmäßiger die Poren des Schwamms sind desto weicher ist er. Wird ein Naturschwamm aus dem Wasser geerntet, hat er allerdings noch nichts mit dem Schwamm zu tun, den wir aus dem Geschäft kennen. Der Badeschwamm als Lebewesen besteht aus einem Skelett aus Kieselnadeln, dass mit Spongin (hornartige Substanz mit hohem Jodgehalt) zu Balken verklebt ist. Durch einen chemischen Prozess werden die Weichteile gelöst und es entsteht der Badeschwamm.

Weich zur Haut
Naturschwämme sind für ihre Weichheit bekannt und daher samtweich zur Haut. Wer zur täglichen Pflege einen Naturschwamm benutzt, regt damit die Durchblutung an und sorgt für ein glattes, rosiges Hautbild. Da der Naturschwamm frei von künstlichen Stoffen ist, ist er auch für die sensible Haut geeignet. Denn die Reinigung oder Wäsche mit solch einem Schwamm ist weder belastend noch verursacht dieser Hautreizungen. Wichtig ist jedoch, einen Gewöhnlichen Schwamm mit sehr weicher Beschaffenheit zu verwenden.
Außer man sucht nach der Möglichkeit, ein natürliches Peeling durchzuführen. Bei normaler Haut , die nicht zu Irritationen und Hautrötungen neigt, ist das kein Problem. Dann kann man problemlos auch Naturschwämme mit einer raueren Oberfläche benutzen. Denn durch die Entfernung der alten abgestorbenen Hautzellen, öffnen sich die Poren und man hat den Effekt einer Tiefeinreinigung. Das Ergebnis: ein frisches und glattes Hautbild. Und damit ein kurzer Wellness-Urlaub, der sich im eigenen Badezimmer wunderbar umsetzen lässt.

Umweltbewusstsein
Das Bewusstsein für unsere Umwelt wächst zunehmend. Und das Bedürfnis natürliche und ursprüngliche Produkte zu benutzen und zu erhalten, wird immer größer. Der Naturschwamm ist komplett natürlich und belastet in keinster Weise die Umwelt, denn er wächst ja schließlich in dieser. Dass der Schwamm auch für die Menschen einen großen Vorteil hat, macht ihn zu einem genialen Produkt im heimischen Badetempel. Denn er ist biologisch abbaubar, nicht belastend für unseren Planeten und kann für die Hautpflege eingesetzt werden. Zusätzlich hat er eine lange Haltbarkeit. Bei richtigem Umgang und Pflege (hygienische Behandlung des Schwamms – z.B. Waschen bei 60° ) kann man ihn bis zu einem Jahr verwenden.

Vielleicht benutzt ihr ja auch einen Naturschwamm? Dann freuen wir uns sehr über Bilder von eurem „Gewöhnlichen Schwamm“!