Achtsamkeitstraining für den Alltag

Sei achtsam auf dein Selbst. Ein bedeutungsstarker Satz, an den man sich oft erst dann wieder erinnert, wenn die eigene Achtsamkeit bzw. Aufmerksamkeit etwas in den Hintergrund gerückt ist.

Achtsam sein, heißt, aufmerksam darauf zu schauen, wie es mir selbst geht oder auch wie ich eine Situation wahrnehme. In der Hektik der täglichen Anforderungen kann dieser achtsame Blick auf den eigenen Gemütszustand, auf das eigene Befinden vergessen werden. Erst wenn dann der Zustand der Erschöpfung erreicht ist, wird die Aufmerksamkeit wieder aktiviert.

Die Erschöpfung oder Antriebslosigkeit sind unangenehm. Allerdings ist es nicht nötig, diesen Zustand auszuhalten. Mit verschiedenen Übungen lässt sich die Aufmerksam trainieren und darüber auch die innere Balance wiederherstellen.

Um Achtsamkeit zu trainieren, reichen kleine Veränderungen im Tagesablauf aus, um sich mehr darauf zu besinnen, was genau tue ich in der entsprechenden Situation. Denn schnell verlernen wir, ganz bewusst eine Tätigkeit oder Handlung wahrzunehmen. Vieles erledigen und machen wir nebenbei, sodass wir manches Mal am Ende des Tages gar nicht mehr wissen, was wir tagsüber gesehen, getan oder auch mit wem wir gesprochen haben. Dieses „nebenbei tun“ führt auf Dauer dazu, dass wir etliche Aufgaben des Tages erledigen, die uns fordern, die wir aber gar nicht mehr wirklich wahrnehmen. Dieses automatisierte Verhalten verbraucht Energie und fordert Kraft. Und das merkt man teilweise erst dann, wenn das Gefühl der Erschöpfung eintritt.

Um dem zu entgehen oder aus der Energielosigkeit herauszukommen, gibt es verschiedene Trainingsmöglichkeiten. Wie das gehen kann? Wir haben dazu 2 Beispielübungen.

2 Übungen für die eigene Achtsamkeit

Aufwachen - wachsam sein:

Der Wecker klingelt, aufstehen, ins Bad gehen, duschen, Zähne putzen usw. Diese Aktionskette ist ein Automatismus. Ein Ablauf, den wir täglich abspielen und nicht mehr hinschauen, was wir da eigentlich tun. Das geht auch anders: Wenn der Wecker morgens klingelt, erst einmal genau hinhören, welche Geräusche nehme ich wahr, wie schnell oder langsam atme ich. Es ist wichtig, die Umgebung einfach nur wahrzunehmen und nicht zu bewerten, ob etwa das Geräusch angenehm ist oder nicht. Die Atmung ist dabei eine gute Stütze für die eigene Aufmerksamkeit. Wer achtsam auf die eigene Atmung schaut, diese beobachtet und sich nur auf diese fokussiert, lernt dadurch, verschiedene Stressoren erst einmal hintenanzustellen. Diese sehr aufmerksame Phase führt auf Dauer zur inneren Balance und Ausgeglichenheit, mit der sich der Tag entspannter beginnen lässt.

Essen als bewusste Handlung:

Das ist einfacher gesagt als getan. Denn auch wenn essen an sich schon eine Aktion für ist, tendieren wir dazu, nebenbei noch anderes zu tun, z.B. mit dem Smartphone zu spielen, Fernsehen zu schauen, die Zeitung lesen usw. Dadurch dass wir uns während des Essens zusätzlich mit etwas anderem beschäftigen, essen wir hastiger, kauen nicht gründlich genug und schlucken die einzelnen Bissen tendenziell zu schnell herunter. Magenprobleme oder das Gefühl, die Portion war nicht ausreichend, kann dadurch hervorgerufen werden.

Eine bewusste Mahlzeit hingegen macht nicht nur satter, sondern auch zufriedener und gesünder. Die Aufmerksamkeit auf das Frühstück, Mittagessen oder Abendessen unterstützt die Wahrnehmung, wann man genug gegessen hat, was und wie man isst.

Achtsames Essen meint also, dass man sich schon beim Frühstück Zeit für diese Mahlzeit nimmt. Wenn es arbeitsbedingt schwierig ist, kann man sich auch lediglich 10 konzentrierte Minuten nehmen. Jeden Bissen gut kauen, wahrnehmen, was man gerade isst, wie es schmeckt, ob es schmeckt und wann es genug ist. Das geht auch in dieser Zeitspanne.

Dieser sehr bewusste Essensvorgang ist ein großer Vorteil für die Verdauung und somit für den Magen-Darm-Bereich. Gründlicheres Kauen erleichtert dem Magen und Darm die Weiterverarbeitung der Speisen. Dies wiederum reduziert Magen und Darmprobleme oder lässt sie ganz verschwinden.

Achtsamkeitsübungen kann man in seinen persönlichen Tagesablauf integrieren, ohne große Veränderungen vorzunehmen. Um die Achtsamkeit wieder zu erlernen und zu trainieren, gibt es eine große Bandbreite an Möglichkeiten.

Für den Anfang sind diese beiden Übungen ein guter Einstieg, um das eigene Wohlbefinden wiederherzustellen und zu stabilisieren.

Achtet auf Euch!